Miji Ih
Website der Künstlerin
Unerreichbar über der Erde, mit dem Gefühl, ich könnte selbständig stehen.
Die Gewächshäuser beherbergten verschiedene Pflanzenarten, da jede Art ihre eigene Temperatur und Luftfeuchtigkeit benötigt, aber durch die Verbindungstüren zwischen den Häusern gelangte man leicht von einem Kontinent zum nächsten. Um die Pflanzen zu betrachten, musste man selten in die Knie gehen oder den Kopf nach oben recken, denn die Pflanzen befanden sich meistens auf Augenhöhe. Man konnte gut zwischen ihnen hin und her spazieren und sie anschauen, solange man wollte. Die Pflanzen, die ja nicht wissen, warum sie hierhin versetzt wurden, befinden sich nur in dieser künstlich geschaffenen Umgebung, um betrachtet zu werden.
Übersetzung: Dominik Feise
Miji Ih (*1990 in Seoul/KR) ist eine in Berlin lebende koreanische Fotografin und bildende Künstlerin. Sie untersucht Themen der Weiblichkeit – entlang der Phasen des Lebenszyklus, wie etwa Zugehörigkeit, Emanzipation, Lust und Arbeit. Aktuell beschäftigt sie sich mit der Frage, was es bedeutet, als asiatische Frau in westlichen Gesellschaften unter den Bedingungen eines patriarchalen Systems Teil einer Diaspora zu sein. Sie schloss ihr Studium 2021 als Meisterschülerin von Prof. Josephine Pryde an der Universität der Künste Berlin ab. Zuvor studierte sie Photography, New Document an der Kaywon School of Art & Design in Südkorea (bis 2013). 2023 erhält sie das Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin.
Hara Shin (*1987 in Seoul, Südkorea) lebt und arbeitet in Berlin, Deutschland. Sie studierte Kunst und Medien an der Universität der Künste Berlin und Bildende Kunst an der Hongik-Universität in Seoul. Ihr Austauschstudium verbrachte sie im Bereich Kunst- und Bildgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Filme/Videos und Multimedia-Installationen, in denen sie unsere Identitäten in Bezug zur Körperlichkeit und zur umgebenden Landschaft auf radikale Weise hinterfragt, wurden international ausgestellt. Ihre Ausstellungen rekonstruieren Perspektiven und reflektieren die Isolation und Koexistenz von Menschen und Nicht-Menschen, indem sie die kolonialisierte Assoziation zwischen Technologie, Natur und Menschlichkeit aufbrechen.