Alisa Tretau

Verschwommene Havel, gesammelter Fluss

„Wie hat sich die Beziehung zwischen Flüssen und Menschen im Laufe der Zeit verändert? Welche Momente mit fließendem Wasser hast du erlebt, die dich nicht mehr loslassen? Was lehren Flüsse über verschiedene Zeitlichkeiten und wie können wir mit ihrer Hilfe Zeit anders erleben? Wie lässt sich elastische Empathie üben, die sich über Zeit, Raum und Spezies erstreckt?“ Diesen Fragen nähert sich die kollektive Lecture Performance »Verschwommene Havel, gesammelter Fluss« am 15. September 2024 in der Rotunde am Wannseeufer. Im Rahmen einer „im Zufälligen fischenden“ Kuration, geleitet von Alisa Tretau, steuern Künstler∙innen verschiedenster Hintergründe ihre poetischen, politischen oder zwischen beiden Polen mäandernden Assoziationen zur Havel und anderen Flüssen bei. Sie werden als Flaschenpost aus dem Wasser gezogen – literarische Texte, musikalische Einlagen und meditative Übungen machen so die verschiedenen Stimmen des Flusses hörbar. Zu dem Projekt, das im Rahmen des MA-Studiengangs ›Kunst im Kontext‹ an der UdK Berlin durchgeführt wird, hat die Kuratorin diesen Tisch erstellt.

Das Projekt wird aus Mitteln der dezentralen Kulturarbeit des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf von Berlin, Fachbereich Kultur, sowie vom FSRK der UdK Berlin gefördert.

Alisa Tretau studierte Sozial- und Kulturanthropologie und Politikwissenschaft an der FU Berlin (2006-11), sowie Schauspieltheaterregie an der HfMT Hamburg (2011-15). 2022-24 ist sie Teil des Masterprogramms Kunst im Kontext an der UdK Berlin. Alisa Tretau hat als Produktionsleitung, Dramaturgin und Vermittlerin für She She Pop, HKW Berlin, UdK Berlin, Europauniversität Frankfurt (O) uvm gearbeitet. In ihren Arbeiten als Autorin/Regisseurin, wie LABOUR_LAB (2018), WÜSTE ZUKUNFT (2020), BETON. WÜSTE. ZUKUNFT (2023), this is not a test (2023), DER VERSCHWUNDENE SEE (2023) verfolgt sie stets interaktive, improvisierte Formate. Hierbei beschäftigt sie sich mit alltäglichen Machtstrukturen und deren zumindest performativer Subversion. Inhaltlich legt sie in ihren künstlerischen Arbeiten zuletzt einen Fokus auf die Klimakrise und deren physische, aber auch emotionale und soziale Auswirkungen.  2018 erschien der Sammelband NICHT NUR MÜTTER WAREN SCHWANGER (edition assemblage).